Politik holt sich Rat von der Wirtschaft


Die akuten Preis- und Beschaffungsprobleme im Holzbereich gehören branchenübergreifend zum Topthema der vergangenen Wochen. Dabei ist die Lage so ernst geworden, dass sich mittlerweile die Bundesregierung eingeschaltet hat und das Bundeswirtschaftsministerium neben Tischler Schreiner Deutschland weitere große Handwerksverbände sowie die Möbel- und Sägeindustrie, aber auch die Forstwirtschaft in großer Runde um Rat fragt.

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Für TSD-Präsident Thomas Radermacher, der für die Innungsorganisation des Tischler- und Schreinerhandwerks an dem Austausch teilnimmt, ist das ein gutes Zeichen: "Letztlich sind wir alle von der derzeitigen Lage am Baustoffmarkt in hohem Maße betroffen, und nur wenn wir schnell und überlegt handeln, können wir der drohenden wirtschaftlichen Schieflage etwas entgegensetzen. Das zählt im Moment!"

Die kurzfristige Strategie
Zentral seien demnach vor allem jene Aspekte, die den Betrieben jetzt kurzfristig helfen würden. "Dazu zählen die Verlängerung und die Ausweitung der derzeit geltenden Kurzarbeiterregelung, die nachträgliche Vereinbarung von Preisgleitklauseln bei öffentlichen Aufträgen und die Aussetzung von Vertragsstrafen, falls ein Auftrag aufgrund der aktuellen Lage nicht erfüllt werden kann", führt Radermacher aus. Weitere Punkte im TSD-Positionspapier umfassen die Aufhebung des Forstschäden-Ausgleichsgesetzes und die Anpassung des erst kürzlich verabschiedeten Klimaschutzgesetzes. "Dieses führt zur Verringerung der Einschlagmengen, was in der derzeitigen Situation absolut kontraproduktiv ist", betont Radermacher. Ebenso könne eine Verringerung der Verbrennung von Schadholz hilfreich sein, denn dieses eigne sich in vielen Fällen für die Plattenherstellung. In der populistischen Forderung nach einem Exportverbot sehen die Verbände hingegen kein probates Mittel, das die Lage entschärfen könnte. "Stattdessen wäre es sinnvoll, durch ein stärkeres EU-weit abgestimmtes Vorgehen den Markt zu entlasten und gleichzeitig die europäische Binnenversorgung sicherzustellen." Schließlich ginge es immer auch um Prosperität - also um wirtschafliche Entwicklung. Protektorische Eingriffe in den Markt würden diesem Grundsatz spätestens mittelfristig entgegenwirken.

Die mittel- bis langfristige Strategie
Eines zeige die Diskussion jedenfalls immer deutlicher: Die Ursachen für die derzeitige Lage am Baustoffmarkt sind vielschichtig – eine kurzfristige Lösung ist nicht zu erwarten. Auch deshalb setzt die Innungsorganisation, neben den kurzfristigen Maßnahmen, auf eine mittel- bis langfristige Strategie, die auf gute internationale Beziehungen und gezielte staatliche Förderung setzt. In diesem Zusammenhang nennt TSD-Präsident Thomas Radermacher vier zentrale Punkte: "Wir brauchen sowohl eine Klimaschutzprämie für die Kohlenstoffspeicherung in den Bereichen Bauen und Wohnen als auch bessere KFW-Förderprogramme beim Bauen und in der Energetischen Sanierung. Außerdem muss die regionale Forstwirtschaft sowie Produktions- und Wertschöpfungsketten nachhaltig gefördert werden. Und schließlich bedarf es guter bilateraler Beziehungen, insbesondere zu den USA und nach China, um für die Zukunft eine planbarere Marktsituation zu entwickeln." So seien die Ursachen für die derzeitige Lage am Baustoffmarkt war vielschichtig, doch die Probleme zumindest auf höchster politischer Ebene angekommen und auch erkannt worden.


Die Innungsorganisation hat es sich in dieser turbulenten Zeit zur Aufgabe gemacht, die Informationslage zu klären, zu verdichten und alle für die Betriebe des Tischler- und Schreinerhandwerks relevanten Hilfsangebote, Hinweise und Auflagen in einer eigens dafür eingerichteten Übersicht online zusammenzutragen.

FAQs zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie im Tischler- und Schreinerhandwerk

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