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Wohnrauminitiative

Bis zum Sommer möchte die Große Koalition alle nötigen Änderungen ins Gesetzgebungsverfahren einbringen, um ihre Wohnrauminitiative für mehr Wohnraum, bezahlbare Mieten und Wohneigentum für Familien auf den Weg zu bringen.

© Jenko Ataman - fotolia.com


Insbesondere zwei Punkte sind auch für Tischler und Schreiner interessant: das Baukindergeld und die steuerlichen Sonderabschreibungen für den Wohnungsneubau im bezahlbaren Mietpreissegment.

Mit dem Baukindergeld sollen Familien beim erstmaligen Erwerb von Wohneigentum unterstützt werden. Gefördert werden sowohl Neubauten als auch der Kauf von Bestandsimmobilien. Pro Kind und Jahr finanziert der Bund über einen Zeitraum von zehn Jahren 1.200 Euro – also insgesamt 12.000 Euro.

Im Detail müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Es muss sich um einen Neubau oder den Erwerb einer Bestandsimmobilie in Deutschland handeln.
  • Das zu versteuernde Haushaltsjahreseinkommen darf 90.000 Euro (1-Kind-Famlie) nicht übersteigen. Je weiterem Kind erhöht sich dieser Betrag um 15.000 Euro.
  • Der Anspruch auf Baukindergeld gilt für alle Kaufverträge beziehungsweise Baugenehmigungen für selbstgenutzte Immobilien in Deutschland, die seit dem 1. Januar 2018 neu abgeschlossen oder erteilt wurden.
  • Gefördert wird der erstmalige Erwerb von Wohneigentum als Familie. Berücksichtigt werden Kinder, die zum Zeitpunkt der Antragstellung jünger als 18 Jahre sind.

Auch der Neubau im bezahlbaren Mietpreissegment soll gefördert werden. Um steuerliche Anreize für die freifinanzierten Projekte zu schaffen, wird eine bis 2021 befristete Sonder-AfA eingeführt. Sie beträgt – zusätzlich zur linearen Abschreibung von zwei Prozent jährlich – über einen Gesamtzeitraum von vier Jahren weitere fünf Prozentpunkte pro Jahr. Berücksichtigt werden Anträge, die zwischen dem 1. September 2018 und dem 31. Dezember 2021 eingereicht werden. Bedingung ist, dass die Gebäude oder Eigentumsanteile mindestens zehn Jahre nach Anschaffung oder Herstellung zu Wohnzwecken vermietet werden.

Offen bleibt vorerst, wie der Begriff "bezahlbares Mietsegment" definiert wird. In einem nicht verabschiedeten Gesetzentwurf zur steuerlichen Förderung des Mietwohnungsneubaus in der letzten Legislaturperiode wurde vorgeschlagen, die Grenzen wie folgt zu definieren: Seinerzeit sollten als Bemessungsgrundlage für eine Sonder-AfA 2.000 Euro Anschaffungs- oder Herstellungskosten je Quadratmeter Wohnfläche angesetzt werden, wenn die Anschaffungs- oder Herstellungskosten pro Quadratmeter Wohnfläche nicht mehr als 3.000 Euro betragen. Ob diese Grenzen, die von Experten in den damaligen Anhörungen als absolute Untergrenze bezeichnet wurden, als Orientierungspunkt in dem neuen Gesetz dienen sollen, bleibt abzuwarten.

Richtig ausgestaltet könnten Baukindergeld oder steuerliche Sonderabschreibungen ein erster Schritt sein. Doch Bund, Länder und Kommunen müssen auch selbst mehr bauen und dazu beitragen, dass der Preisdruck am Markt sinkt und sich die Baukosten nicht an aufgeheizten Preisen, sondern einer hohen Fertigungsqualität orientieren. "Die Geschichte lehrt, was passieren kann, wenn viele Menschen – wie auch derzeit wieder – bei der Finanzierung stark ins Risiko gehen und wenn anschließend steigende Zinsen, hohe Restschulden und mangels Nachfrage dann wieder fallende Immobilienpreise ein ganzes Wirtschaftssystem lahmlegen", gibt TSD-Hauptgeschäftsführer Martin Paukner zu bedenken. "Das muss der Staat erkennen und gegensteuern – ideal, wenn dabei auch das regionale Handwerk profitiert und bleibende Werte geschaffen werden."

4. Juli 2018


Ansprechpartner:

Fridtjof Ludwig
Tel.: 030 30 88 23-40
Fax: 030 30 88 23-42
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