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Etwas Greifbares schaffen

Über sechs Prozent haben 2017 die Ausbildungszahlen im Tischler- und Schreinerhandwerk bei den Neuabschlüssen zugelegt. Sie erreichten damit ein Niveau wie zuletzt 2011. "Selbst die Innungsorganisation, deren Mitglieder immerhin einen Großteil der gut 9.500 Ausbildungsstätten der Branche stellen, hat der deutliche Zuwachs überrascht", sagt TSD-Hauptgeschäftsführer Martin Paukner.


Denn ein Selbstläufer wie noch vor 20 Jahren sei die wichtige Fachkräftequalifizierung – auch im nach wie vor sehr beliebten Tischler- und Schreinerhandwerk – schon längst nicht mehr. Herausfordernder sei die Situation geworden, sagt Jochem Reichenberg aus Neukirchen-Vluyn – einer Kleinstadt zwischen Krefeld und Duisburg. Sein Betrieb ist, wie zahlreiche andere, im klassischen Sinn klein und ländlich gelegen.

Auf zwei Meister und einen Gesellen kommen vier Auszubildende aus allen drei Jahrgängen. Auch der Standort bietet kaum Vorteile für den Ausbildungsbetrieb. Die näheren Städte haben soziale Brennpunkte, die Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr ist ungünstig und "das Bewerberniveau sehr durchwachsen." Dennoch schafft Reichenberg etwas, wovon andere Betriebe unter diesen Umständen nur träumen können: Er kann sich seine Bewerber aussuchen. Wie macht er das?

Zunächst einmal ist Jochem Reichenberg "Überzeugungstäter". Noch heute empfindet er die eigene Ausbildung als wichtigen Meilenstein in seinem Leben. Diese positive Erfahrung möchte er gern weitergeben. "Ich handle nach dem Prinzip: fordern und fördern. Dazu muss man Menschen mögen und Spaß daran haben, sich mit jungen Leuten auseinanderzusetzen", sagt der sympathische Rheinländer. Das schütze ihn zwar nicht vor grauen Haaren, aber die Aufgabe halte ihn geistig wach, um als Unternehmer neugierig zu bleiben und bei Bedarf auch mal unkonventionelle Wege zu beschreiten.

"Jeder in unserer Gesellschaft verdient die Chance sozial integriert zu werden. Die Tischlerausbildung leistet hierzu einen großartigen Beitrag." - Jochem Reichenberg

Die richtigen Bewerber auswählen 

Bei der Auswahl seiner Bewerber setzt Jochem Reichenberg auf Bauchgefühl, Menschenkenntnis und Praktika. "Wenn das Verhältnis zwischen Sympathie und fachlichem Potenzial stimmt", seien das die besten Voraussetzungen.

Gute Schulnoten sagten hingegen nur wenig aus. Entscheidend seien Einsatzwille und Bereitschaft. "Wer mir glaubhaft versichert, dass er seine Prüfung mit Topleistungen abschließen will, bringt die richtige Einstellung mit", erklärt der erfahrene Lehrmeister. Das mag hart klingen, hat aber einen logischen Grund: "Wir sind ein kleines Unternehmen mit wichtigen Großkunden. Das klappt aber nur, wenn sich alle – vom Chef bis zum Auszubildenden – wirklich dahinterklemmen."

Der Erfolg gibt ihm recht. So hat sich längst herumgesprochen, dass man bei Reichenberg eine Top-Ausbildung erhält und dass jeder eine Chance bekommt, wenn er sie ergreift. "Wir hatten schon oft Auszubildende, die mit schwierigem sozialem Hintergrund und geringer Vorbildung bei uns angefangen haben und sich am Ende zu hervorragenden Persönlichkeiten mit herausragender Fachkompetenz entwickelt haben", erklärt Reichenberg. "Diesen Entwicklungsprozess mitzuerleben ist großartig und macht für mich auch zum Teil den Reiz am Handwerk aus."

Die gleichen Erfahrungen wünscht er sich auch für seine Kollegen in den anderen Innungen, die er mit seinem Beispiel gern ermutigen möchte: "Jeder Handwerksmeister und Ausbilder hat mit den Umständen zu kämpfen und muss Widrigkeiten überwinden", weiß Reichenberg. "Bei uns kann auch nicht jeder alles – weder in der Produktion noch in der Ausbildung. Aber wir helfen uns gegenseitig und am Ende profitieren alle: der Kunde, unsere Nachwuchskräfte und natürlich wir in den Betrieben."

12. Juni 2018


Ansprechpartner:

Stephan Naumann
Tel.: 030 30 88 23-30
Fax: 030 30 88 23-42
naumann@tischler-schreiner.de