Kein KfW-Schnellschuss mehr


Der Zickzackkurs der Bundesregierung bei der staatlichen Bauförderung ist auf breites Unverständnis gestoßen. Jetzt muss die Politik zügig für Klarheit bei der Neuausrichtung sorgen.

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Ende Januar schockte Wirtschafts- und Klimaminister Robert Habeck tausende Bauherren mit einem sofortigen Förderstopp* für die KfW-Gebäudeeffizienzprogramme. Zwar war die Einstellung für das sogenannte Effizienzhaus 55 (EH55) im Neubau zum 31. Januar erwartet worden, doch der komplette Förderstopp – noch dazu früher als erwartet – betraf auch das EH40 im Neubau, das EH40 plus sowie die energetische Sanierung. Etliche Aufträge mussten kurzfristig gestoppt werden und Finanzierungen hingen plötzlich in der Luft. "Klimapolitisch und wirtschaftlich war das ein völlig falsches Signal", erklärt TSD-Hauptgeschäftsführer Martin Paukner, "zumal vor allem der Gebäudesektor für das Erreichen der Klimaschutzziele von zentraler Bedeutung ist."

Darüber hinaus geht der Verbandsmanager davon aus, dass der Förderrahmen – also Inhalte und finanzielle Mittel – im Zuge der Diskussion um das Klimaschutz-Sofortprogramm umgestaltet wird. Dabei wird es voraussichtlich auch zu einem Abgleich zwischen der für dieses Jahr angekündigten Novelle des Gebäudeenergiegesetzes und der "Bundesförderung effiziente Gebäude" (BEG) kommen. Interessant wird dann die Antwort auf die Frage sein, ob der Neubaubereich weiterhin im bisherigen Umfang gefördert wird oder Förderanteile an den Sanierungsbereich verliert. "In jedem Fall ist der Bedarf riesig", prognostiziert Paukner, denn nur ein kleiner Teil der gegenwärtigen Bestandsgebäude erfülle überhaupt die zukünftigen energetischen Anforderungen. "Das wird nicht nur finanziell eine Mammutaufgabe, sondern auch eine Kernherausforderung in puncto Fachkräftemangel. Da ist eine klare und ausgereifte Förderstrategie erst der Anfang und zugleich Grundvoraussetzung."

*Vom Förderstopp nicht betroffen waren Sanierungsmaßnahmen, die das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (Bafa) im Bereich der Gebäudehülle umsetzt. Das betrifft die Dämmung von Außenwänden, Dach, Geschossdecken und Bodenflächen, den Austausch von Fenstern und Außentüren sowie die Installation von sommerlichem Wärmeschutz.

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