Hoch ästhetisch


Im Zuge einer bis zuletzt spannenden und emotionalen Preisverleihung auf dem Münchener Messegelände krönt der Bundesgestaltungswettbewerb "Die Gute Form 2022" seine Finalisten. Ganz nach oben auf das Treppchen schafft es dieses Mal ein Nachwuchstalent aus dem Süden.

© TSD/art-pix.com

Mit seinem "insgesamt höchst ästhetischen Sideboard 'Schattentat' und durch die Kombination aus herausragender handwerklicher Qualität sowie minimalistischer Formensprache", überzeugte Henri Gröter aus Baden-Württemberg die Jury auf ganzer Linie und gewinnt den Bundesgestaltungswettbewerb "Die Gute Form 2022". Gröter, der in der Zwinz GmbH in Stuttgart ausgebildet wurde, erhielt als Gewinner ein Preisgeld in Höhe von 1.500 Euro sowie ein Produkt aus dem Profi-Sortiment von Festool.

Auf dem zweiten Platz landete ein Gesellenstück, bei dem die Jury vor allem den Innovationsgeist hervorhob. So besticht die Buchsäule "High-Tension" von Alexander Cedric Jungbluth durch ihre "experimentelle Auseinandersetzung mit Material und Form und den ressourcenschonenden Ansatz". Ausgebildet wurde Jungbluth bei Reichenberg & Weiss in Neukirchen-Vluyn. Als Zweitplatzierter gewann der Geselle aus NRW neben 1.000 Euro Preisgeld ebenfalls ein Produkt aus dem Festool-Sortiment. Platz drei sicherte sich Armin Friedrichs aus Bayern, der in der Schreinerei Kreitner in Issing sein Handwerk erlernt hat. 500 Euro Preisgeld sowie ein Festoolprodukt erhielt er für das spannende Design seines Fahrradmöbels, das auf "beeindruckende Art und Weise das Thema Mobilität in einer sich immer weiter urbanisierenden Gesellschaft aufgreift und durch seine filigrane und exzellente Verarbeitung leicht zum Must-have einer jungen Generation werden könnte".

Sonderpreise und Belobigungen
Den Sonderpreis "Massivholz" und 500 Euro Preisgeld erhielt David Bühler (Bayern) für die erstklassige massivholzgerechte Ausführung seiner Neuinterpretation eines klassischen Brandschranks. Nach Schleswig-Holstein ging der Sonderpreis "Beschlag". Marcel Bader bekam ihn für den selbst konstruierten faszinierenden Hebemechanismus seines gut durchdachten und fein gearbeiteten Schreibtischs. Die 500 Euro Preisgeld stiftet Mitausrichter OPO Oeschger. Den dritten Sonderpreis in der Kategorie "Oberfläche" sicherte sich Franca Alexa Hahn aus Nordrhein-Westfalen. Sie erhält diese Auszeichnung für die "poetisch anmutende Oberfläche" ihres Gesellenstücks "Tegumentum" und die damit verbundene künstlerische Auslegung der traditionellen Furniertechnik. Auch dieser Preis ist mit 500 Euro dotiert, die von TSD-Zukunftspartner und Hauptsponsor Remmers gestiftet werden.

Mit Belobigungen wurden außerdem der "Atelierwagen" von Alexey Joel Aghabeygi (Berlin), das Sideboard von Marc Kußat (Baden) sowie das Phonomöbel von Felicia Josephine Rabe (Hessen) ausgezeichnet. Außer Konkurrenz wurde abschließend der Couchtisch von Thies Hildebrandt (Mecklenburg-Vorpommern) mit über 700 Likes auf Facebook und Instagram zum "Publikumsliebling" gewählt. Hildebrandt erhielt für diese Ehre 250 Euro Preisgeld.

Endlich wieder live
Nach zwei schwierigen Jahren für öffentliche Veranstaltungen war den Besucher*innen die Freude regelrecht anzumerken, endlich wieder eine Preisverleihung im persönlichen Austausch zu feiern. Entsprechend herzlich fielen auch die Worte aus, mit denen TSD-Präsident Thomas Radermacher sowohl den jungen Nachwuchsprofis als auch ihren leidenschaftlichen Ausbildungsbetrieben zu ihrer engagierten Nachwuchsarbeit gratulierte. Einmal mehr kam er dabei auch auf den Wert handwerklicher Fachkräfte zu sprechen, deren Bedarf in den kommenden Jahren noch immens steigen werde. Ebenso dankte Radermacher den Partnern von Tischler Schreiner Deutschland, die solche Wettbewerbe erst ermöglichen.

Alle Preisträger*innen


Material: Esche, Reispapier, Stahl

Begründung der Jury: "Dieses Sideboard zieht Betrachterinnen und Betrachter sofort in seinen Bann. So addiert sich die herausragende handwerkliche Qualität mit minimalistischer Formensprache. Zusätzlich vermittelt die japanische Ornamentik in Kombination mit dem verwendeten Reispapier und dem filigranen Untergestell eine faszinierende Leichtigkeit. Ein insgesamt höchst ästhetisches Gesellenstück, das die Jury in allen Punkten überzeugt."

Henri Gröter: "Nichts inszeniert ein Möbelstück schöner als Licht und Schatten – ein Prinzip, das ich in meinem Gesellenstück umsetzen wollte. Dabei war es mir wichtig, kein künstliches Licht zu benutzen, trotzdem aber, ohne die Verwendug von Glas, einen Einblick in das Innere des Möbels zu gewähren. Um dies zu erreichen, habe ich an der Vorder- und Rückseite meines Sideboards lichtdurchlässiges Reispapier eingesetzt – ähnlich wie bei den traditionellen japanischen Shoji-Schiebetüren. Die transparente Wirkung meines Sideboards harmoniert perfekt mit seiner geradlinigen Formensprache."

Ausbildungsbetrieb:
Zwinz GmbH
Weberstraße 57
70182 Stuttgart
07119359860
www.zwinz.de 

Material: Nussbaum, Sperrholz, Kernleder

Begründung der Jury: "'Möbel neu denken und neue Wege bestreiten' – hier steht die Innovation im Vordergrund. Die experimentelle Auseinandersetzung mit Material und Form charakterisieren dieses besondere Einzelstück, dass zudem durch seinen ressourcenschonenden Ansatz besticht. Durch die zwei Techniken 'Aufspreizen' und 'Verspannen' erhält das Möbel seine Stabilität und erzeugt im wahrsten Sinne des Wortes Spannung."

Alexander Cedric Jungbluth: "Außergewöhnliche Formen, Materialien und Konstruktionen im Bereich des Möbeldesigns faszinieren mich schon seit Jahren. Mein Ziel war es, diese Themen aufzugreifen und in der Umsetzung noch weiter zu reduzieren. Hoch wollte ich bauen, leicht, schlank und transparent. Dabei sollte aber auch eine gewisse Nutzbarkeit erhalten bleiben. Heraus kam eine interessante Buchsäule, die ein echtes Einzelstück ist."

Ausbildungsbetrieb:
Reichenberg-Weiss oHG
Pascalstraße 17
47506 Neukirchen-Vluyn
02845 980800

Material: Rüster, HPL, Linoleum

Begründung der Jury: "Das Gesellenstück greift auf beeindruckende Art und Weise das Thema Mobilität in einer sich immer weiter urbanisierenden Gesellschaft auf. Sowohl die dynamische Formensprache als auch die originellen Details unterstreichen die Aktualität dieses Möbels, dass schließlich auch durch seine filigrane und exzellente Verarbeitung leicht zum Must-have einer jungen Generation werden könnte."

Armin Friedrichs: "Die Idee war, ein Fahrradmöbel zu entwickeln und zu designen, in dem alle Utensilien untergebracht werden können, die man zum Losfahren braucht. Der Gedanke zur Funktion ist, dass man von oben nach unten fahrbereit wird: der erste Korpus enthält Kleidung und Rennradschuhe, der zweite den Fahrradhelm und der dritte eventuell benötigtes Werkzeug."

Ausbildungsbetrieb:
Schreinerei Kreitner
Landsberger Straße 15
86946 Issing
08194 696
www.schreinerei-kreitner.de 

Material: Rüster, Ziricote, Rindsleder, Stahl

Begründung der Jury: "Den Sonderpreis 'Beschlag' vergibt die Jury für einen selbst konstruierten faszinierenden Hebemechanismus, der versteckten Stauraum bietet und elementarer Bestandteil dieses gut durchdachten und fein gearbeiteten Gesellenstücks ist."

Marcel Bader: "Zu der Grundidee meines Schreibtisches, den hinteren Teil der Arbeitsfläche als Stauraum zu gestalten, hat mich die traditionelle Hobelbank inspiriert. Um ein ruhiges Gesamtbild zu erhalten, habe ich dabei auf eine einheitlich streifige Maserung gesetzt. Die integrierten Zahnräder geben meinem Möbel einen gewissen Industrial-Touch. Im Gegensatz dazu soll das Leder Gediegenheit und ein Gefühl von Luxus vermitteln. Mein Gesellenstück steckt optisch voller Kontraste, was es meiner Meinung nach so interessant macht."

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Grothusen
Marner Straße 1
25693 St. Michaelisdonn
04853 8456
www.tischlerei-grothusen.de 

Material: Tanne, Ahorn

Begründung der Jury: "Der Sonderpreis 'Massivholz' geht an die Neuinterpretation eines klassischen Möbels, welches traditionelle Handwerkskunst mit moderner Formensprache verbindet und dessen Konstruktion durch ihre konsequente, massivholzgerechte Ausführung und fachlich höchst anspruchsvolle Lösungen besticht."

David Bühler: "Mein Brandschrank ist die Neuinterpretation eines barocken Schranktyps, die so minimalistisch wie möglich sein sollte. Traditionell ist vor allem seine große Funktionalität. So lässt sich die Klappe des Aufsatzes auch unabhängig vom Gestell uneingeschränkt bedienen, was den Stehleisten am Korpusboden zu verdanken ist. Gestalterisch habe ich die aus der Funktion resultierende Linienführung an mehreren Stellen wieder aufgegriffen und umlaufende Falze eingearbeitet. Gleichzeitig unterstreichen die feinen Linien des Holzes den einfach gehaltenen Charakter meines Gesellenstückes."

Ausbildungsbetrieb:
Schulen für Holz und Gestaltung
Hauptstraße 70
82467 Garmisch-Partenkirchen
08821 9592-0
www.shg-gap.de 

Material: Nussbaum, Ahorn, Sperrholz, MDF, Aquarellpapier

Begründung der Jury: "Die poetisch anmutende Oberfläche dieses Gesellenstücks fasziniert Betrachterinnen und Betrachter durch eine künstlerische Auslegung der traditionellen Furniertechnik."

Franca Alexa Hahn: "'Tegumentum' ist lateinisch und bedeutet so viel wie 'Schutz' oder 'Hülle'. Mein Möbelstück beherbergt und schützt persönliche Objekte – und ist dabei gleichzeitig selbst Objekt. Ohne erkennbare Öffnung verrät es seinen Inhalt nicht und gibt dem Betrachter zunächst Rätsel auf. Ich wollte ein Gesellenstück bauen, das – halb Möbel, halb Kunstwerk – zum Ansehen und Entdecken einlädt und seine Funktion erst auf den zweiten Blick offenbart."

Ausbildungsbetrieb:
Schreinerei Mainz
Krantzstraße 7 – Halle 36
52070 Aachen
0171 7174594
www.schreinerei-mainz.de 

Material: Eiche, Stäbchensperrholz, Messing, Leder

Begründung der Jury: "Dieses elegante Gesellenstück besticht durch seinen ausgewogenen Materialmix aus Leder, Messing und dunkler Eiche sowie durch seine zeitlose Formsprache."

Alexey Joёl Aghabeygi: "Im 2. Lehrjahr zog ich in eine sehr kleine Wohnung und fing gleichzeitig mit dem Malen an. Zugunsten der Mal-Ecke verzichtete ich auf einen Tisch. Mit der Zeit wurde das Ganze aber sehr unübersichtlich, und es entstand die Idee zu einem Werkzeugschrank. Ein paar Entwürfe später wurde daraus der Atelierwagen, der Werkzeugschrank, -wagen und Stehpult in einem ist. Mein Gesellenstück ist individuell auf meine Bedürfnisse zugeschnitten, praktisch und obendrein ein echter Hingucker."

Ausbildungsbetrieb:
JBW – Wagner & Wagner GmbH
Gustav-Krone-Straße 8
14167 Berlin
030 8459350
www.jbw-interiors.de 

Material: Amerikanischer Nussbaum, Hochleistungskunststoff, Messing

Begründung der Jury: "Eine weitere Belobigung vergibt die Jury für die mutige und feinsinnige Frontgestaltung dieses Sideboards. Die mit Messing hinterlegte Griffmulde unterstreicht gekonnt die asymmetrische Gliederung der Front."

Marc Kußat: "Schon während meiner Ausbildung habe ich mir viele Gedanken gemacht, wie mein Gesellenstück aussehen soll. Am Ende fiel meine Wahl auf ein Sideboard. Dabei war die Funktionalität des Möbels ein wichtiger Gestaltungsaspekt; es sollte auf ansprechende Weise Platz für alle möglichen Dinge des Alltags bieten. So habe ich vier Schubkästen und eine Tür konstruiert, die alle auf Gehrung einschlagen. Als Freund von schlichten Möbeln war mir zudem ein klassisches und gleichzeitig modernes Design wichtig."

Ausbildungsbetrieb:
Martin Lehmann – impuls95
Mittlerer Weg 1a
79424 Auggen
07631 1817-0
www.ml-impuls95.de 

Material: Rüster, MDF, Stäbchensperrholz, Multiplex, Linoleum, Vlies, Stoff

Begründung der Jury: "Das von allen Seiten ansprechende Funktionsmöbel überzeugt durch seine vertikal gegliederte Hülle. Hier wurde ein Retrothema in eine zeitgemäße Formensprache übersetzt."

Felicia Josephine Rabe: "Der Leitgedanke hinter meinem Entwurf war, Musik und Technik in einem Möbel zu vereinen. Wichtig war mir dabei, vor allem dem Plattenspieler einen schönen Platz zu geben. Das Bild von senkrecht nebeneinanderstehenden Plattenhüllen spiegelt sich in den umlaufenden Lamellen der Korpusgestaltung wider. Ein weiterer Pluspunkt: Das Möbel kann so frei im Raum positioniert werden."

Ausbildungsbetrieb:
Holzfreude GmbH
Gießener Straße 27
35510 Butzbach
06033 7960960
www.holzfreude.de 

Material: Eiche, MDF, Spanplatte

Thies Hildebrandt: "Beim Gang durch meine Wohnung habe ich überlegt, welches Möbel ich noch gut gebrauchen könnte – so kam ich auf die Idee, einen Couchtisch zu bauen. Besonders wichtig war mir, modernes Design mit guter Funktionalität und Nutzbarkeit zu verbinden. Mit seinen klaren Linien ist mein Gesellenstück ein Möbel, das sich optisch nicht aufdrängt, aber dennoch ein Hingucker ist und mir sicher lange Freude machen wird."

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Tesche GmbH
Gewerbegebiet Ost 6
18258 Schwaan
03844 890454
www.tesche-einrichtungen.de 

Die weiteren Teilnehmer*innen



Material:
Eiche, Stäbchensperrholz, Stahl, Titanzinkblech, Leder, Moos

Lukas Bauer: "Als Inspirationsquelle für meinen Entwurf diente mir die Natur. Mein Ziel war es, ein gut nutzbares Möbelstück zu gestalten, in das pflanzliches Grün integriert ist. Meine Wahl fiel hierbei auf Moos, das die Raumluft filtert, neuen Sauerstoff produziert und so das Raumklima merklich verbessert. Die Form des Longboards erinnert an einen liegenden Holzstamm mit Moosbewuchs, was den naturnahen Eindruck meines Gesellenstücks noch zusätzlich unterstreicht."

Ausbildungsbetrieb:
Schreinerei Kraus
Am Weidensatz 26
76756 Bellheim
07272 73620
www.kraus-bellheim.de 


Material:
Räuchereiche, Stäbchensperrholz, mineralischer Werkstoff, Glas

Felix Dettinger: "Ich wollte ein Möbelstück kreieren, das absolut zeitlos und gleichzeitig besonders ist. Nach einigem Überlegen fiel meine Wahl auf einen Raumteiler. Dank der speziellen Korpuskonstruktion mit der fast unsichtbaren Glasscheibe entsteht eine Illusion des Schwebens, verstärkt durch den Hell-Dunkel-Kontrast. Die prägnanten Details und die Reduktion auf zwei Materialien machen diesen Raumteiler für mich persönlich zu einem einzigartigen und eleganten Gesellenstück."

Ausbildungsbetrieb:
Barz Einrichtungen GmbH
Gienanthstraße 10
67663 Kaiserslautern
0631 55018
www.barz-einrichtungen.de 


Material:
Nussbaum, Stäbchensperrholz, MDF

Jonas Gräfe: "Als Gesellenstück wollte ich ein Möbel fertigen, das ich im Alltag gut nutzen kann – ich entschied mich für einen Schreibtisch. Er sollte klar in der Form und raffiniert, aber nicht zu klobig sein. Bei der Gestaltung der Tischbeine habe ich mich von Fachwerkbauten inspirieren lassen; die Konstruktion der Fußelemente mit schräg eingestemmten Zapfenverbindungen lässt den Tisch wie auf Zehenspitzen stehen – leicht in der Wirkung und trotzdem stabil."

Ausbildungsbetrieb:
Baum & Söhne Möbelwerkstätten
Sandershäuser Straße 17
34123 Kassel
0561 53131
www.baum-moebel.de 


Material:
Alteiche, mineralischer Werkstoff, Acrylglas

Jonathan Gürtler: "Mein Gesellenstück sollte eine Verbindung schaffen zwischen meinem Beruf und meinem Hobby – der Aquaristik. Dabei reizte mich die Idee, ein Aquarium komplett in ein Möbelstück zu integrieren, das alle Ansprüche an funktionale und ästhetische Qualität erfüllt. Wichtig war mir zudem eine moderne Gestaltung in schlichter, klarer Form. Mein 'Aqua-Bord' ist Aquarium, Sideboard, Aufbewahrungsgegenstand und Deko-Objekt in einem."

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Knofe-Design GbR
Les-Epesses-Straße 12
04288 Leipzig
034297 15415
www.knofedesign.de 

Material: Eiche, MDF, Linoleum, Messing, Spiegelglas

Leoni Hofmann: "Schon lange war ich auf der Suche nach einem Schminktisch, fand aber kein Modell, das meinen Anforderungen entsprach. Also beschloss ich, selbst einen zu bauen. Ich wollte ein Gesellenstück schaffen, das sich durch ein elegantes Design und eine interessante Materialkombination auszeichnet. Der Tisch bietet genug Platz für meine Schminkutensilien und hat eine Oberfläche, die leicht zu reinigen ist. Bei der Gestaltung habe ich mich vom Möbeldesign der 70er-Jahre inspirieren lassen."

Ausbildungsbetrieb:
Möbelwerkstätten Härtig GmbH
Gewerbeallee 19
09224 Chemnitz OT Mittelbach
0371 3342333-0
www.haertig-moebel.de 

Material: Rüster, Glas, Messing

Jonas Koch: "Meinem Entschluss, Tischler zu werden, lag eine große Begeisterung für Möbel und alte Techniken zugrunde. Der Barschrank 'Yoshi' ist nach dem Goldenen Schnitt konstruiert, mit einem Kumiko als Türfüllung und zwei Schubkästen für Zigarren und Zubehör. Das Gestell mit traditionellen Verbindungen sorgt für einen modernen, frischen Look. Und warum das Ganze in Blau? Weil’s cool aussieht."

Ausbildungsbetrieb:
Tischlermeister Dirk Haseloff
Liebenwalder Straße 48
16244 Schorfheide OT Groß Schönebeck
033393 465
www.haseloff.info 

Material: Eiche, Räuchereiche

Christine Köhler: "Mein Gesellenstück sollte ein Möbel sein, das ich nicht nur nebenbei, sondern ganz bewusst nutze, um ihm die entsprechende Wertschätzung entgegenzubringen. Eine Grundidee dabei war, handwerklich anspruchsvolle Arbeiten wie Eckverbindungen und die Schubkastenführung im Design in den Mittelpunkt zu stellen, anstatt sie – wie sonst so oft – zu verstecken. Der Bau eines Schaukelstuhls bietet viele Möglichkeiten zur kreativen Entfaltung und ist gleichzeitig konstruktiv herausfordernd – eine spannende und lohnende Aufgabe!"

Ausbildungsbetrieb:
Biesel GmbH
Langer Acker 34
30900 Wedemark
05130 9727120
www.biesel-gmbh.de 

Material: Amerikanischer Nussbaum, Stäbchensperrholz, Messing

Marie Krause: "Ich hege eine große Leidenschaft für alte Platten. Schnell war mir also klar, dass mein Gesellenstück ein Retro-Phonomöbel werden soll. Dabei wollte ich ein klassisches Möbel bauen, das eine klare Funktion hat, dennoch aber voller Details und Überraschungen steckt. In der Ausführung habe ich Wert darauf gelegt, verschiedene Materialien harmonisch miteinander zu verbinden; die Kombination aus Nussbaum und Messing gefällt mir aufgrund ihrer warmen, angenehmen Ausstrahlung besonders gut."

Ausbildungsbetrieb:
Gebers AG
Delmser Dorfstraße 8
29643 Neuenkirchen
05195 7100
www.gebers-kuechen.de 


Material:
Esche, Kirschbaum

Phillip Maaß: "Die Inspiration für mein Gesellenstück kommt aus dem Judosport, der ein wichtiger Bestandteil meines Lebens ist. Das klare, sanfte Erscheinungsbild des Möbels spiegelt dabei ein Stück weit die Grundprinzipien des Judos wider. Der Möbelkorpus gliedert sich in zwei Schubkästen und eine Tür und bietet so genug Platz für alles, was ich für die Ausübung meines Sportes benötige, von Hose und Jacke bis zu Wettkampfunterlagen."

Ausbildungsbetrieb:
Tischlerei Axel Pieper
Hauptstraße 68
38489 Rohrberg OT Ahlum
039007 681
www.pieper-tischlerei.de 

Material: Birnbaum, MDF, Sperrholz (gebogen), Spiegelglas

Ylvi Schmidt: "Mich hat vor allem die Idee gereizt, ein Möbel zu entwerfen, das trotz ausgeprägter Funktionalität und möglichst kompaktem, kleinteiligem Stauraum eine große dekorative Wirkung im Raum hat. Meine ausgewählten Materialien sollen für ein Gefühl von Wohlbefinden beim Benutzen sorgen, damit man sich in angenehmer Atmosphäre beim Schminken Zeit für sich selbst nehmen kann – Entspannung inklusive."

Ausbildungsbetrieb:
Schreinerei Martin Ranz GmbH
Konrad-Zuse-Straße 9
79576 Weil am Rhein OT Haltingen
07621 422240
www.ranz-raumkonzepte.de 


Material:
Eiche, Thermoeiche, Linoleum

Finn Wienrich: "Ich wollte ein modernes, langlebiges Möbelstück designen, das gut nutzbar und ein Hingucker ist. Für Massivholz entschied ich mich, weil ich den natürlichen Faserverlauf von Holz sehr spannend finde. Der optischen Unruhe, die durch Risse, Astlöcher und der Maserung entstehen, habe ich bewusst eine klare Formgebung entgegengestellt. Wichtig war mir, dass das Möbel frei im Raum stehen kann: Eine doppelte Rückwand sorgt dafür, dass alle Kabel von Geräten, die auf dem Sideboard stehen, verschwinden und das Design des Möbels unbeeinträchtigt von seiner Funktion wirken kann."

Ausbildungsbetrieb:
Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Schicklerstraße 5
16225 Eberswalde
03334 657-0
www.hnee.de 


Hintergrund
21 einmalige Möbelprojekte – allesamt bereits auf Innungs- und Landesebene prämierte Gesellenstücke – zeigt der Bundesgestaltungswettbewerb "Die Gute Form 2022". Im Bundesentscheid werden die Arbeiten erneut ausgezeichnet – für ihre Idee, Formgebung, Funktion und Konstruktion. Neben der Sonderkategorie "Publikumspreis" gibt es auch ein Expertenvotum. Dafür ermittelt eine Fachjury die drei Bundessieger, die Sonderpreise für die Kategorien "Massivholz", "Beschlag" (gestiftet von OPO Oeschger) und "Oberfläche" (gestiftet von TSD-Zukunftspartner Remmers) sowie bis zu drei Belobigungen.


Der Katalog zum Wettbewerb

Der hochwertige Wettbewerbskatalog "Die Gute Form 2022" ist Bestandteil der TSD-Nachwuchskampagne und hilft unter anderem Landesfachverbänden, Innungen und Innungsbetrieben bei der Nachwuchsarbeit. Die Gesellenstücke geben jungen Menschen eine gute Vorstellung davon, welche vielfältigen Möglichkeiten im Tischler-/Schreinerberuf stecken. Der Bundesentscheid "Die Gute Form 2022" wird von Remmers (Hauptsponsor), OPO Oeschger (Mitausrichter), Festool (Hauptpreise) und dem Fachmagazin BM unterstützt.

10. Juli 2022

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