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GIRLS' DAY

 

Zielgruppe Mädchen im Blick


Wo ge­ho­belt wird, da fal­len Spä­ne: Dass die­ser Spruch eine ganz ur­sprüng­liche Be­deu­tung hat, konn­ten die 13 Girls unter An­lei­tung von Tisch­ler­meis­terin Christina Pech (rechts) mit eige­nen Hän­den er­fah­ren. (Foto: BHKH)

Die Schul­ab­gän­gerzah­len gehen in den nächs­ten Jah­ren mas­siv zurück. Für das Hand­werk be­deu­tet das: we­ni­ger Lehr­stel­len­be­wer­ber, dro­hen­der Fach­arbei­ter­man­gel. Um  den Beruf Tisch­lerin/Schrei­ne­rin der Ziel­grup­pe Mäd­chen näher­zu­brin­gen, be­tei­ligt sich der Bun­des­ver­band Holz und Kunst­stoff (BHKH) regel­mäßig am bun­des­weiten Girls‘ Day. In die­sem Jahr fand die Ver­an­stal­tung am 22. April statt. 13 Mäd­chen wa­ren zu Gast beim BHKH. Auf dem Pro­gramm stand unter an­de­rem ein Be­such in einer Tisch­lerei.

„Frau­en sind noch immer unter­reprä­sen­tiert im Tisch­ler- und Schrei­ner­hand­werk“, er­läu­tert BHKH-Haupt­ge­schäfts­führer Peter Schreiber. „Der An­teil der weib­li­chen Azu­bis be­trägt nur rund 8,5 Pro­zent. Das ist un­be­dingt stei­gerungs­­hig, zu­mal Frau­en in die­sem Be­ruf ge­nau­so er­folg­reich sein kön­nen wie Män­ner.“

Den Be­weis trat Tisch­ler­meis­terin Christina Pech an. Seit 2003 führt sie ihren eige­nen Be­trieb in Ber­lin, seit 2008 in einer Werk­­statt­ge­mein­schaft mit zwei Kol­le­gin­nen. Spe­ziali­siert hat sie sich auf den Be­reich kör­per­ge­rech­tes Woh­nen. Was das in der Pra­xis heißt, zeig­te die Tisch­ler­meis­terin den 13 Schü­le­rin­nen live in ihrer Werk­statt. Ob Bet­ten, Tische oder Kü­chen – bei ihr wer­den Mö­bel nach den Kör­per­ma­ßen des Nut­zers ge­fer­tigt. „Wir pas­sen un­se­re Pro­duk­te den in­divi­duell­en Be­dürf­nis­sen und Vor­lie­ben un­se­rer Kun­den an“, er­klär­te Christina Pech. Und in­for­mier­te gleich dazu: „Wir bil­den auch weib­li­che Lehr­lin­ge aus.“ Zur­zeit ler­nen zwei jun­ge Frau­en bei ihr das Tisch­ler­hand­werk.

Wie die Fer­ti­gung mit Hil­fe von mo­der­ner Tech­nik von­stat­ten­geht, führte die Tisch­ler­meis­terin in ihrem Maschi­nen­raum vor. Dass da­ne­ben auch Hand­ar­beit ge­fragt ist in ihrem Be­ruf, de­mons­trier­­te sie im Bank­raum an der Werk­bank. Tat­kräf­tig durf­ten es die Mäd­chen auch selbst pro­bie­ren. Mit dem Ho­bel ging’s ran ans Holz. So konn­ten die Girls am En­de des Ta­ges ihre ersten eigen­­pro­du­zier­ten Span-Locken mit nach Hau­se neh­men.

„Ne­ben unse­rer bun­des­wei­ten Nach­wuchs-Kam­pag­ne ist der Girls‘ Day eine gute Gele­gen­heit, bei einer poten­ziel­len Ziel­­grup­pe für un­ser Ge­werk zu wer­ben“, er­läu­tert BHKH-Prä­si­dent Alfred Jacobi. „Am bes­ten geht das na­tür­lich mit Ein­drü­cken, die hand­fest und prak­tisch sind.“

Aber nicht nur: Im Vor­feld des Tisch­le­rei-Be­suchs war eine Stun­de Theo­rie an­ge­sagt. Der BHKH in­for­mier­te die Girls über die Ar­beit des Bun­des­ver­ban­des. Dass sich auch hier Ar­beits­­plätze auf­tun für Tisch­ler und Schrei­ner – egal, ob männ­lich oder weib­lich – er­fuh­ren sie in Vor­trä­gen des Haupt­ge­schäfts­füh­rers und der Fach­refe­ren­ten. „Das Tisch­ler- und Schrei­ner­hand­werk bie­tet nach der Leh­re vie­le Karrie­re-Mög­lich­kei­ten“, so Schreiber. „Auch das woll­ten wir den Mäd­chen nä­her­brin­gen.“

Der Girls’ Day beim BHKH wur­de unter­stützt von der SIG­NAL IDUNA Grup­pe so­wie der BAR­MER GEK.

22. April 2010

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