AUßERORDENTLICHE MITGLIEDERVERSAMMLUNG DES BHKH
ZDH unter Druck
Die Delegierten des Bundesverbandes Holz und Kunststoff (BHKH) haben ihrem Unmut auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung Luft gemacht. Sie sind nicht bereit, wegen der Insolvenz der handwerk.de AG Mehrbelastungen für Tischlerbetriebe zu akzeptieren. Sie fordern personelle Konsequenzen beim Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der durch die Pleite des Internet-Portals finanziell angeschlagen ist und an Beitragserhöhungen denkt.
Kein leichter Stand für Dieter Philipp: Auf der außerordentlichen Mitgliederversammlung des BHKH geriet der Präsident des ZDH als Gastredner unter Beschuss. Tagesordnungspunkt: Insolvenz der handwerk.de AG. Durch die Pleite des Internetportals ist der ZDH in existenzielle finanzielle Bedrängnis geraten.
Gegenüber den BHKH-Delegierten versprach Philipp, dass die Innungen und damit die einzelnen Betriebe keine Mehrbelastungen zu erwarten hätten. Dies sei oberstes Ziel des Krisenmanagements. Geplant sei vielmehr eine Lösung der kurzfristigen Finanzprobleme durch Beitragsvorschüsse. Sie würden mit den regulären Mitgliedszahlungen in den nächsten Jahren verrechnet. Andererseits ist nach Aussage Philipps auch eine Beitragserhöhung, wie in verschiedenen Sanierungskonzepten vorgesehen, nicht ausgeschlossen.
Dies mochten die Delegierten nicht so einfach hinnehmen. Selbst wenn die vom ZDH erwogenen Beitragserhöhungen offiziell nicht mit der Insolvenz von handwerk.de begründet werden, ist ein Zusammenhang kaum zu übersehen: Die Mehreinnahmen werden zwangsläufig zum Erhalt des ZDH benötigt, dessen Existenz auf dem Spiel steht. Am Ende würden also die Mitgliedsorganisationen des ZDH und damit auch die Tischlerbetriebe sehr wohl belastet.
So machte sich der Unmut der Delegierten Luft in einem Beschluss: Mit großer Mehrheit forderten sie personelle Konsequenzen beim ZDH. Diese beziehen sich konkret auf Generalsekretär Hanns-Eberhard Schleyer, der als Aufsichtsratsvorsitzender der handwerk.de AG maßgeblich für das Desaster verantwortlich gemacht wird.
Noch steht nicht fest, wie der ZDH seine Probleme lösen wird. Deshalb ist für Mitte September eine weitere außerordentliche Mitgliederversammlung des BHKH avisiert worden. Tagesordnungspunkt: Austritt aus der Bundesvereinigung der Fachverbände des Handwerks (BFH) und damit auch aus dem ZDH.
20. April 2004
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